Autonomie
Sunday, 24. February 2008… jaja, ein großes Wort für eine Nicht-ganz-anderthalb-jährige, aber – seid versichert – kein leeres! Wer hoch hinaus will, kann sich nicht jahrelang mit Kindheit und ähnlichen Mätzchen aufhalten, sondern muss früh lernen, erwachsen zu werden und auf eigenen Beinen zu stehen. Hab das auch mit Teddy diskutiert, der sieht das ganz änlich.
Also, Taten statt Worte! Während das Durchschnittskleinkind wertvolle Zeit verliert, weil es die grundlegendsten Fähigkeiten mühsam nacheinander erlernt, ist mein Ansatz geballter und paralleler (Mathe-Lehrer: bitte ignorieren, ich weiß, dass man parallel nicht steigern kann).
Hier also mein erster Fortschrittsbericht, aufgeteilt nach Disziplinen:
1. Ernährung
Ernährung ist wichtiger als viele glauben. Wenn man nämlich über einen längeren Zeitraum nicht genügend Nahrung aufnimmt, handelt man sich besorgte Eltern ein, was auf Dauer belastend sein kann. Mindestens genauso belastend ist aber, acht mal “Nane, Nane”, “Gurke, Gurke” oder “Käse, Käse” rufen zu müssen, nur um dann doch missverstanden zu werden – selbstständige Ernährung ist da viel entspannter. Hier die ersten Versuche mit Pommes (dem Gladbecker Hauptnahrungsmittel) und einem Fruchtzwerg. Schon viel früher perfektioniert und daher nicht abgebildet: autonomes Smarties-Essen.
2. Fortbewegung
Laufen zu lernen kostete mich ehrlich gesagt einiges an Überwindung. Es ist so ein bisschen wie beim Schreibmaschine-Schreiben. Wenn man einmal das Zwei-Finger-Suchsystem (Krabbeln) perfektioniert hat, wirft einen das mühsame Erlernen des Zehn-Finger-Systems (Laufen) erstmal um einiges zurück, bis die ersten Erfolge sichtbar werden. Blöderweise kommt man aber nicht drum herum, wenn man als Sekretärin (Mensch) ernst genommen werden will. Wenn’s dann klappt, ist man aber doch ein wenig stolz. ![]()
3. Sprache
Kann ich jetzt auch.
Hey, das müsst ihr mir jetzt einfach mal glauben, ja? Weiß halt nicht, wie man hier Tonaufnahmen hintun kann.
4. Bildung
Der wichtigste Baustein meiner Vorbereitung auf die Kunsthochschule in Barcelona. Neben einigen ganz allgemeinen Lernschwerpunkten wie dem Studium der Lebensmittelpreise, ist es natürlich vor allem die Kunst selbst, der ich meine größte Aufmerksamkeit widme.
Übrigens, nicht dass ihr denkt, ich hätte die Bodenhaftung komplett verloren. Ich habe natürlich einen Plan B, falls das Talent doch nicht für die Künstlerkarriere reicht. Zu diesem Zweck habe ich neulich in der Kita an einem Berufsvorbereitungstag teilgenommen:
So, das war’s für diesmal. Ich nehme noch Vorschläge für die nächste zu erlernende Fähigkeit an (mit Laufen und Sprechen bin ich ja demnächst durch). Dachte vielleicht an Unsichtbar-werden, Fliegen oder Alleine-aufs-Klo-gehen, aber ihr dürft eurer Fantasie gerne freien Lauf lassen.
Liebe Grüße, Eure Jasmin.
